Feiertag Fronleichnam: Bedeutung der Prozession mit Monstranz

An Fronleichnam ziehen feierliche Prozessionen durch die Straßen. In vielen Bundesländern ist der Tag ein Feiertag. Aber warum?

12. Juni 2019

Am 2. Donnerstag nach Pfingsten feiert die Kirche das Hochfest Fronleichnam. "Fronleichnam" leitet sich vom mittelhochdeutschen "vrône lîcham" für "des Herren Leib" ab. In einer Monstranz wird der Leib Christi durch die Straßen getragen.

Die Monstranz (lateinisch "monstrare"=zeigen) ist ein liturgisches Gerät mit einem Fenster. Die gewandelte Hostie wird hineingestellt und zur Verehrung und Anbetung gezeigt.

Bei Prozessionen und beim eucharistischen Segen hält der Priester die Monstranz nicht mit bloßen Händen. Ein Tuch, das sogenannte Velum, bedeckt seine Hände. Es ist eine Geste der Ehrfurcht und schützt außerdem die kostbaren Geräte.

Gründonnerstag wird "nachgeholt"

Fronleichnam steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag. An Fronleichnam, liturgisch das "Fest des heiligsten Leibes und Blutes Jesu Christi", feiert die katholische Kirche die Einsetzung des Allerheiligsten Altarsakraments.

Am Gründonnerstag setzt Jesus Christus die Eucharistie ein, wenn er seinen Leib und sein Blut als Brot und Wein zur Speise gibt. Die Stille der Karwoche verbietet jedoch feierliche Gottesdienste und Prozessionen und so wird er an Fronleichnam nachgefeiert.

Fronleichnam wird 1264 Fest für die gesamte Kirche erhoben

Fronleichnam geht auf eine Vision der heiligen Juliana von Lüttich im Jahr 1209 zurück. In ihrer Vision habe sie den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war. Der Mond stehe für das Kirchenjahr, der dunkle Fleck für das Fehlen eines Festes des Altarssakraments. Papst Urban führte es 1264 als Fest für die gesamte Kirche ein. Bereits 1246 wurde Fronleichnam im Bistum Lüttich gefeiert. Die erste Prozession in Deutschland zog im Jahr 1279 durch Köln.

Prozessionen als Zeichen der Frömmigkeit

An Fronleichnam wird die gewandelte Hostie – der Leib Christi – in einer Monstranz durch die Straßen getragen. Der „Himmel“ genannte Stoffbaldachin schützt ihn. Auf dem Weg werden Statios an bis zu vier Außenaltären gehalten. Meist sind diese Außenaltäre mit Blumenteppichen geschmückt. Bei jeder Statio wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen. Es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen und über die Stadt gespendet. Die Prozession schließt meist in der Pfarrkirche mit dem "Tantum ergo", einem Abschluss-Segen und dem "Großer Gott, wir loben dich".

Schiffsprozession "Mülheimer Gottestracht" in Köln

Mit der "Gottestracht" (von mittelhochdeutsch "trahte", Substantiv zu "tragen") erinnert der Kölner Stadtteil Mühlheim an seinen Ursprung als altes Rheinschiffer-Dörfchen. Dabei wird das Allerheiligste auf einem Prozessionsschiff rheinaufwärts Richtung Zoobrücke und den Rhein zurück nach Mühlheim gefahren. Viele Gläubige folgen der Monstranz auf ihren Schiffen, während ein Priester den Segen über Stadt und Fluss spendet. Die Katholische Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius praktiziert sie seit nunmehr 400 Jahren.

Fronleichnamsprozession in der Kölner Innenstadt

Die wohl größte Fronleichnamsprozession im Erzbistum Köln startet nach dem Pontifikalamt mit Kardinal Woelki auf dem Roncalliplatz. Der Prozessionsweg durch die Kölner Innenstadt stellt die Infografik dar. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr, die Prozession setzt sich im Anschluss in Bewegung.

Fronleichnam als gesetzlicher Feiertag

In Deutschland ist Fronleichnam gesetzlicher Feiertag in den Bundesländern

  • Baden-Württemberg,
  • Bayern,
  • Hessen,
  • Nordrhein-Westfalen,
  • Rheinland-Pfalz und im
  • Saarland.
  • Zudem ist er in einigen Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung in den Ländern Sachsen und Thüringen Feiertag.